Ausstellung
Gary Hill. Strange Trajectories

Gary Hill. Strange Trajectories

Ausstellung: 16. Sep. - 28. Okt. 2007
Vernissage: Sa., 15. Sep. 2007, 18.00 Uhr

Mit seinen Neuproduktionen betritt Gary Hill sowohl technisch als auch inhaltlich Neuland, indem er sich auf eindringliche Weise mit dem Thema Werte, den Konditionen der Kunstproduktion und seiner eigenen Rolle im zeitgenössischen Kunstbetrieb auseinandersetzt.

Gary Hill. Frustrum, 2006
Gary Hill. Frustrum, 2006, Projektion
Courtesy: imai, Düsseldorf

Die Ausstellung zeigt fünf großformatige Installationen und ein umfangreiches Videoprogramm. Kern der Ausstellung sind Gary Hills Neuproduktionen „Frustrum“ und „Guilt“. Beide Installationen sind Koproduktionen der Stiftung imai – inter media art institute, Düsseldorf, und der Fondation Cartier pour l’art contemporain in Paris und sind nun erstmalig in Deutschland zu sehen. Trotz seiner herausragenden Bedeutung für die zeitgenössische Kunst gab es in Deutschland bislang nur eine Einzelausstellung mit Gary Hill.

Für die Ausstellung wird Gary Hill die Installationen „In Situ“ (1986/2007) und „Glass Onion“ (1983/2007) re-installieren und in einen aktuellen Bezug setzen. Erweitert wird das Ausstellungsprogramm durch eine Auswahl an Videoarbeiten des Künstlers. 

Seit Hill vor 30 Jahren mit Video zu arbeiten begann, ist sein zentrales Thema die Untersuchung der Prozesse der Wahrnehmung und des Bewusstseins. Hintergrund dafür ist die Übermacht des technischen Bildes in unserer Kultur, der Gary Hill die Wirkung der Sprache als bedeutungsgebendes System gegenüberstellt.

Hiermit verbunden sind Fragen nach Präsenz und Identität und die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dessen Abbild. Das Medium Video wird so zu einem poetischen Instrument künstlerischer Erkenntnis und Selbsterfahrung.

Die beiden in Kooperation mit der Fondation Cartier entstandenen Installationen „Frustrum“ und „Guilt“ sind bewusste Herausforderungen an die Produktions- und Präsentationsbedingungen von Kunst und ein performatives Experiment, das die Bedingungen des Kunstschaffens und ihrer Rezeption in Frage stellt.

Für die Installation „Frustrum“ hat der Künstler einen 12,5 kg schweren Goldbarren herstellen lassen und platziert diesen in der Mitte eines 63 m2 großen Beckens, das mit 2000 Liter reinem Mineralöl gefüllt ist. In der schwarzen Ölfläche spiegelt sich eine Videoproduktion. Die Prägung des Goldbarrens „FOR EVERYTHING WHICH IS VISIBLE IS A COPY OF THAT WHICH IS HIDDEN“ verweist auf die Mehrdeutigkeit der verwendeten Objekte und Bilder. Die plakativen „Werte“, die Frustrum zeigt, sind nicht nur symbolisch, sondern real – mit allen schwierigen Implikationen, die dies für die Produktion und Ausstellung der Arbeit hat.

gefördert von:

Kunststiftung NRW

 

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Mit seinen Neuproduktionen und Re-Installationen kommentiert Hill vordergründig politische Machtsysteme, gleichzeitig hinterfragt er aber auch den Prozess der Kunstproduktion an sich und die aktuelle Entwicklung der Kunst als Kapital und als Statussymbol der Macht, das auch jenseits des Ästhetischen Verwendung findet.

Ausstellung mit fünf großformatigen Installationen und einem Videoprogramm: „Frustrum“ (2006), „Guilt“ (2006),  „In Situ“ (1986/2007), „Glass Onion“ (1983/2007), “Crux” (1983-87) und weiteren Arbeiten.

Frustrum was co-produced by the Fondation Cartier pour l’art contemporain, Paris and by imai, Düsseldorf, and presented for the first time during the exhibition organized at the Fondation Cartier pour l’art contemporain from October 27, 2006 to February 2, 2007.)