VIDEO BOX

VIDEO BOX 01 | Über Grenzen

VIDEO BOX 1 – Über Grenzen (Oktober 2015 bis Februar 2016)

Veranstaltungsreihe mit dem Haus der Universität

Die Stiftung imai und das Haus der Universität Düsseldorf geben mit der Reihe VIDEO BOX unter halbjährlich wechselnden Schwerpunkten Einblicke in das Videoarchiv des imai. Von Oktober 2015 bis Februar 2016 widmet sich die Reihe dem Thema ÜBER GRENZEN. Die präsentierten Arbeiten werden zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern diskutiert.


TERMINE


12. Februar 2016, 19.30 Uhr | DIFFERENT SHOOTINGS

18. Dezember 2015, 19.30 Uhr | VON DER TRAUER DES ABSCHIEDS UND DER FREUDE DES ANKOMMENS

27. November 2015, 19.30 Uhr | SPUREN UND GRENZEN

30. Oktober 2015, 19.30 Uhr | Auftakt zum Thema Über Grenzen

 

Freitag 12. Februar 2016, 19.30 Uhr | DIFFERENT SHOOTINGS

Robert Beriou Ex Memoriam (1992), 5:10 Min.
Robert Cahen / Stéphane Huter / Alain Longuet Cartes Postales Video (1986), 10:15 Min.
Paul Garrin Man with Video Camera (Fuck Vertov) (1989), 5:58 Min.
Patricia Hoeppe Shooting at the Mexican Border (2004), 7:56 Min.
Thomas Kutschker Ich wollte einfach nur dieses Foto haben (1992), 24:40 Min. 

Das Videoprogramm Different Shootings widmet sich dem spannungsreichen Zusammenspiel von Fotografie und Bewegtbild in der Videokunst. Fotografien, die in das zeitbasierte Medium des Videos integriert werden, schaffen Unterbrechungen, wecken spezifische Assoziationen und erzeugen mediale Selbstreferenzen. Stillstand und Bewegung stehen sich einander gegenüber und verschiedene Zeitlichkeiten kommen ins Spiel. Das Screening rückt in den Blick, was sich ereignet, wenn Fotografie und Video in Wechselwirkung zueinander treten. Grenzen und deren Überschreitungen kommen darin medial wie auch inhaltlich zum Tragen. Patricia Hoeppe wird zum Gespräch über ihre Arbeit persönlich anwesend sein. 

Kuratiert von Dr. Jessica Nitsche

 

 In Kooperation mit dem  

 

www.duesseldorfphotoweekend.de

 

 

 

 

 

Freitag, 18. Dezember 2015, 19.30 Uhr | VON DER TRAUER DES ABSCHIEDS UND DER FREUDE DES ANKOMMENS


Marcel Odenbach Ständig auf dem Sprung sein (1995), 5:40 Min.
Maria Vedder La Bestia (2012), 7:08 Min.
Myriam Thyes Stranded in Malta (2008), 11:04 Min.
Margot Zanni Flatlands Av. (2007), 14:06 Min.
Iris Hoppe Fern-Sehen (1994/2015), 18:30 Min.

Jeder Aufbruch beginnt mit dem Moment des Abschieds und ist ausgerichtet auf das Erreichen von bekannten oder auch unbekannten Orten. In Marcel Odenbachs Ständig auf dem Sprung sein verdeutlicht die Montage aus Nachrichten- und Erinnerungsbildern die Ruhelosigkeit bei Flucht und Vertreibung. Maria Vedder zeigt in La Bestia den berüchtigten Zug, den südamerikanische Migranten auf ihrer Route in die USA nutzen, in seiner bedrohlichen Präsenz. Myriam Thyes thematisiert mit Stranded in Malta den unfreiwilligen Reisestopp aus historischer und aktueller Perspektive. In Flatlands Av. spürt Margot Zanni dem Ankommen als einem langen Prozess der Integration nach. Der Augenblick von Verunsicherung und zugleich Erleichterung bei der Ankunft wird in Iris Hoppes Video Fern-Sehen evident.

Kuratiert von Dr. Renate Buschmann

Zwischen den Vorführungen werden Kurzgespräche mit den anwesenden Künstlerinnen Myriam Thyes und Iris Hoppe geführt sowie ein Skypetelefonat mit Margot Zanni. 

 

Freitag 27. November 2015, 19.30 Uhr | SPUREN UND GRENZEN


Claus Blume Borderline (1985), 5:37 Min.
Petr Vrána Perumos (Bomba) (1992), 4:14 Min.
Myriam Thyes Sophie Taeuber-Arps Fluchtlinien (2015), 10:10 Min.
Van McElwee Soft City (2014), 4:40 Min.
Barbara Hlali Schwester Gretel #2 - Flucht (2012), 23:15 Min.

Claus Blume lotet in seiner „Teleperformance“ die medialen Grenzen des Audiovisuellen aus. In der Art eines Musikvideos zeichnet Petr Vrána die Stimmung in dem 1992 zerfallenen Staat Tschechoslowakei nach, als die Grenzen Europas neu definiert wurden. Myriam Thyes begibt sich auf Spurensuche der Künstlerin Sophie Taeuber-Arp, deren Zeichnungen im Exil während des Zweiten Weltkrieges entstanden. Van McElwees Kontemplation über Grenzen narrativer Räume ist visuell als eine dicht bevölkerte Metropole übersetzt. Barbara Hlali geht mit Mitteln des Trickfilms einer Familiengeschichte nach, deren Spuren sie in den verbliebenen Fotografien und Überlieferungen der Oral History entdeckt.

Kuratiert von Darija Šimunović (M.A.) 

Zwischen den Vorführungen werden Kurzgespräche mit den anwesenden Künstlern Petr Vrána, Myriam Thyes und Barbara Hlali geführt sowie ein Skypetelefonat mit Van McElwee.

   

Freitag 30. Oktober 2015, 19.30 Uhr: Auftakt zum Thema Über Grenzen

DIE MAUER – DER VERTIKALE HORIZONT
Ein Projekt von Rotraut Pape 1989-2014
UHD/HD, 131 Min., Split Screen, Stereo, 2015  

Rotraut Pape: „Die Mauer und das, wofür sie stand, zog sich als negativer Horizont quer durch mein Leben, das fünf Jahre vor Mauerbau in Berlin begann. Bereits eine Woche nach dem Fall der Mauer war ihr Verschwinden absehbar. Während eines Vierteljahrhunderts machte ich mich immer wieder auf den Weg entlang der Spur, die die Mauer verursacht hatte – quer durch die Berliner Innenstadt.  

Der Film setzt die Berliner Mauer in ihrer physischen Gewaltigkeit und emotionalen Präsenz im Alltag einer Stadt – und gleichzeitig die Auswirkungen ihres Verschwindens auf die Stadt – konsequent in Szene: Eine visuelle Langzeit-Beobachtung der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Nach 25 Jahren ist die Narbe, die die Mauer im Stadtbild hinterlassen hat, fast verheilt, Leben wuchs mit atemberaubender Geschwindigkeit von beiden Seiten über den Todesstreifen ins Niemandsland. Der Film soll diesem Prozess ein Denkmal setzen.“

Der Film hatte Anfang Oktober 2015 Premiere und wird nun erstmals in Nordrhein-Westfalen gezeigt.

Rotraut Pape ist Professorin für Film und Video an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Sie wird anwesend sein und den Film kommentieren. 

Kuratiert von Dr. Renate Buschmann

  

Alle Veranstaltungen finden statt im

 www.hdu.hhu.de 

  Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf

Der Eintritt ist frei. 

 


 

 

 

 


Titelbild: Rotraut Pape | Die Mauer – Der vertikale Horizont (2015) | Filmstill, Ausschnitt | © Rotraut Pape, 2015