Die Rolle der Videokunstvertriebe heute
Vortrag von Sandra Thomas, Leiterin des imai an der Kunsthochschule
für Medien
,
Köln
Mittwoch, 23. April 2008, 19 Uhr
Aula
KHM, Filzengraben 2b/c, Nähe Heumarkt
Zwischen Kunstmarkt, Bildungseinrichtung und Erhalt von Medienkunst
Welche Rolle spielen heute Videokunstvertriebe, wie das imai - inter
media art institute? Welche Aufgaben neben dem Verleih und Verkauf von
Künstlervideos übernehmen sie unter den sich ändernden Bedingungen des
Kunstmarktes? Welche Kooperationsmöglichkeiten bieten sich für junge
Video- und Medienkünstler sowie Lehrende an Hochschulen? Diesen und weiteren Fragen
widmet sich der Vortrag von Sandra Thomas an der Kunsthochschule für Medien.
Die Düsseldorfer Stiftung imai – inter media art institute ist ein
Videokunstvertrieb mit einem internationalen Programm, das über 120 bedeutende Künstler und rund 1.000 Arbeiten von den
Anfängen der Medienkunst bis heute umfasst; dazu zählen beispielsweise
Künstlervideos von Klaus von Bruch, Valie Export, Jochen Gerz, Gary
Hill, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach oder Bill Seaman.
Die meisten der internationalen Vertriebe für Videokunst und
experimentellen Film entstanden in den 1970er und 80er Jahren, als das
Medium Video mehr und mehr als künstlerisches Werkzeug genutzt wurde
und langsam Einzug in Ausstellungen und Museen hielt.
Videokunstvertriebe können als eine Art hybride Vermittlungsinstitution
zwischen Galerie und Filmverleih angesehen werden. Oft waren an ihrer Gründung Künstler
und Filmemacher beteiligt, die nach einem geeigneten Weg suchten, das
vom Kunstmarkt noch weitestgehend ignorierte Medium zu vertreiben. Ein
Großteil der frühen Künstlervideos erschien in unlimitierter Auflage.
Demgegenüber hat sich die Situation heute stark verändert. Es
gibt spezialisierte Ausbildungsstätten wie die Kunsthochschule für
Medien, kaum eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst kommt ohne
medienkünstlerische Arbeiten aus und Galerien vertreten Medienkünstler
und deren Arbeiten in limitierten Editionen.
Welche Rolle spielen heute die Videokunstvertriebe, wie das
imai – inter media art institute? Welche Aufgaben neben dem Verleih und
Verkauf von Künstlervideos übernehmen sie unter diesen sich ändernden
Bedingungen? Eines der erweiterten Aufgabengebiete ist die Verbesserung
der Recherchemöglichkeiten und der Zugänglichkeit von Videokunst für
Studierende und Lehrende sowie für Kuratoren und Ausstellungsmacher.
imai hat dafür eigens einen Online-Katalog entwickelt, in dem
Videoarbeiten und ergänzende Dokumente nach Künstlern, Titeln und
Schlagworten recherchiert und vollständig gesichtet werden können.
Darüber hinaus ist der nachhaltige Erhalt von Medienkunst eine der
Hauptaufgaben der Stiftung. Ergänzend finden Forschungsprojekte zu
medienkunstspezifischen Themen am inter media art institute statt.
Sandra Thomas gibt einen Einblick in das breite Spektrum der
Aktivitäten der Stiftung und erläutert Kooperationsmöglichkeiten für
Studierende und Lehrende der Kunsthochschule für Medien.