Sonderschau Art Cologne 2007
Sonderschau Art Cologne 2007

Sonderschau Art Cologne 2007

Gary Hill. Frustrum

Sonderschau 18. - 22. Apr. 2007

Gary Hills Installation „FRUSTRUM“ stellt Bedingungen der Kunstproduktion in Frage

Gary Hills spektakuläre Installation „Frustrum“ ist im Rahmen der ART Cologne 2007 erstmals in Deutschland zu sehen. Die Installation ist eine Koproduktion der Stiftung imai – inter media art institute und der Fondation Cartier in Paris. Die Arbeit des amerikanischen Künstlers hat bereits im Vorfeld der Ausstellung für Aufsehen gesorgt, als im Februar ein zentraler Bestandteil des Kunstwerkes, ein 12,5 kg schwerer Goldbarren, aus der Fondation Cartier geraubt wurde. 

Mit seiner Neuproduktion betritt Gary Hill sowohl technisch als auch inhaltlich Neuland, indem er sich auf eindringliche Weise mit dem Thema Wertewandel, mit den Konditionen der Kunstproduktion und seiner eigenen Rolle im zeitgenössischen Kunstbetrieb auseinandersetzt.

Die in Kooperation mit der Fondation Cartier entstandene Installation „Frustrum“ ist eine bewusste Provokation an die Produktions- und Präsentationsbedingungen von Kunst und ein performatives Experiment, das die Bedingungen des Kunstschaffens und ihrer Rezeption in Frage stellt.

Für die Installation „Frustrum“ ließ der Künstler von der Cartier Corporation einen 12,5 kg schweren Goldbarren herstellen und in der Mitte eines 63 m2 großen Beckens platzieren, das mit 2000 Liter reinem Mineralöl gefüllt ist. In der schwarzen Ölfläche spiegelt sich eine Videoproduktion. Die Prägung des Goldbarrens „FOR EVERYTHING WHICH IS VISIBLE IS A COPY OF THAT WHICH IS HIDDEN“ verweist auf die Mehrdeutigkeit der verwendeten Objekte und Bilder. Die plakativen „Werte“, die Frustrum zeigt, sind nicht nur symbolisch, sondern real – mit allen schwierigen Implikationen, die dies für die Produktion und Ausstellung der Arbeit hat.

Damit kommentiert Hill vordergründig politische Machtsysteme, hinterfragt aber gleichzeitig auch den Prozess des „Kunst machens“ und die aktuelle Entwicklung der Kunst als Kapital und Statussymbol der Macht, das auch jenseits des Ästhetischen Verwendung findet.

Dass der Goldbarren tatsächlich aus der Fondation Cartier in Paris geraubt wurde, nimmt sich vor diesem Hintergrund wie ein Treppenwitz aus: Zwei Tage vor geplantem Ausstellungsende drangen maskierte Räuber in die Cartier-Stiftung ein und entwendeten den Barren aus dem Tresor, in dem er nachts aufbewahrt wurde. Der Materialwert des Goldes wird auf 200.000 Euro geschätzt. Von den Tätern und dem Goldbarren fehlt bislang jede Spur.

Der Goldbarren ist inzwischen ersetzt worden und die Stiftung imai zeigt die spektakuläre Installation „Frustrum“ als Vorschau auf die Einzelausstellung mit GARY HILL zum Thema Werte und Wertewandel im Herbst 2007: Ab dem 15. September werden im NRW-Forum in Düsseldorf sechs Installationen, davon vier Neuproduktionen, gezeigt. Erweitert wird das Ausstellungsprogramm durch eine Auswahl an Einkanal-Videoarbeiten des Künstlers, die sich im MedienKunstArchiv von imai befinden.

Frustrum was co-produced by the Fondation Cartier pour l’art contemporain, Paris and by imai , Düsseldorf, and presented for the first time during the exhibition organized at the Fondation Cartier pour l’art contemporain from October 27, 2006 to February 2, 2007.