Case Studies
Multi-Monitor-Installation - Studio Azzurro (1984)

case studies zur restaurierung

Ziel des mehrjährigen Projektes zur Restaurierung von Medienkunstinstallationen ist es, anhand einzelner Case Studies neuartige Restaurierungsmethoden zu erproben, die den nachhaltigen Erhalt dieser technik- und technologiebasierten Kunst sichern. Die ersten zwei Fallstudien widmet imai dem Videoenvironment Il Nuotatore (va troppo spesso ad Heidelberg) (1984) der italienischen Künstlergruppe Studio Azzurro, der Mixed-Media-Installation In Situ (1986) des amerikanischen Medienkünstlers Gary Hill sowie der interaktiven Installation Exchange Fields (2000) des Amerikaners Bill Seaman.

Das Thema der Erhaltung und Präsentation von Medienkunst stellt eine akute und noch ungelöste Problematik für die konservatorische und museale Praxis dar. Es besteht dringender Handlungsbedarf, da medienkünstlerische Arbeiten bereits heute Bestandteil nahezu jeder Ausstellung zeitgenössischer Kunst sind und zunehmend von Museen und privaten wie öffentlichen Sammlungen angekauft werden.

Welcher Restaurator oder Kurator kennt sie nicht, die Herausforderungen und Probleme, die sich im alltäglichen Umgang im Hinblick auf Erhalt und Präsentation von medienkünstlerischen Werken stellen: Können die schwer erhältlichen und wartungsintensiven U-Matic-Player einer Installation aus den frühen 1980er Jahren in Zukunft durch DVD-Player ersetzt werden? Welche Maßstäbe sind bei der Migration der Videos auf neue Trägermedien zugrunde zu legen? Können zeitgenössische Flachbildschirme an die Stelle von Röhrenmonitore treten? Wie müssen die räumlichen Voraussetzungen für eine bestimme Projektion sein? Welche Projektoren sind dafür geeignet? Was sind die dem Kunstwerk inhärenten ästhetischen Komponenten, die auch bei künftigen Inszenierungen zum Tragen kommen sollen? Und wer definiert diese Kriterien?

Medienkunstinstallationen werfen also spezifische Fragen auf, die einerseits durch schnell alternde Technik aber auch durch ihre ortsabhängige Inszenierung entstehen. Die restauratorischen Probleme, die sich im Bereich medienkünstlerischer Installationen stellen, sind so vielschichtig, wie die verwendeten Techniken und Materialen. Daher gibt es für diese komplexe, technik- und medienbasierte Kunstform keine Standardlösung für ihren Substanzerhalt.

Die methodische Vorgehensweise des mehrjährig angelegten Restaurierungsprojektes, CASE STUDIES für eine Reihe von Werken zu erstellen, wird dieser Vielförmigkeit gerecht. Aus den erzielten Ergebnissen lassen sich wiederum Leitlinien und Standards für vergleichbare Werke ableiten. Zu jeder Fallstudie gehört neben der Erfassung aller ursprünglich verwendeten Medien, Techniken bzw. Technologien die Evaluation des vorliegenden Schadensbildes. In einem zweiten Schritt gilt es, den Weg und die Form der Restaurierung zu erarbeiten. In einigen Fällen muss in Erwägung gezogen werden, ob Software, die auf aktueller Hardware nicht mehr wiedergabefähig ist, nachgeahmt (emuliert) werden kann und welche Folgen das für das Kunstwerk hat. In anderen Fällen muss wiederum überlegt werden, ob alte Technologien durch neuere technische Möglichkeiten ersetzt werden dürfen, die ihre Wirkung nicht nur nachahmen, sondern aktualisieren (Migration). Dies kann beispielsweise notwendig sein, wenn technische Defekte der Hardwarekomponenten zu beheben sind und das Werk erst durch den Einsatz neuer technischer Möglichkeiten wieder instand gesetzt werden kann. Sowohl bereits erprobte Methoden der Migration wie der Emulation aber auch neue, noch zu entwickelnde Strategien werden dabei zum Einsatz kommen.

Ziel ist es, für jedes analysierte Medienkunstwerk eine Präsentationsform zu finden, die seiner ästhetisch-künstlerischen Konzeption gerecht wird. Dafür ist es von besonderer Wichtigkeit zu analysieren, welche Aspekte die Authentizität einer Medienkunstinstallation ausmachen und zu definieren, welche Charakteristika für eine bestimmte Installation unabdingbar sind (Forschungsprojekt Konkretionen des Flüchtigen ).

 

gefördert durch:

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CASE STUDY 1

CASE STUDY 2

CASE STUDY 3