Symposium
Nan Hoover "Light Composition: Documenta 8" (1987) | © Foto Elisabeth Jappe, 2012 | Weitere Arbeiten von Nan Hoover im imai-Online-Katalog >>

Die Gegenwart des Ephemeren

Medienkunst im Spannungsfeld zwischen Konservierung und Interpretation

Symposium am 15. November 2012

Bei der Konservierung und musealen Präsentation von Medienkunst müssen Kuratoren und Restauratoren häufig zwischen der historischen Materialität und der künstlerischen Intention des Werkes abwägen. Restauratoren stehen vor der Herausforderung, raumgreifende Kunstinstallationen, die häufig ortsspezifisch und in komplexen Zusammenstellungen mit verschiedenen Medien erschaffen wurden, in ihrer ursprünglichen materiellen Substanz zu erhalten.

Link zum Trailer >>


Werden solche Kunstwerke in neue Ausstellungskontexte übertragen, resultieren daraus Fragen insbesondere hinsichtlich ihres räumlichen Aufbaus. Kuratoren entwickeln neue Ansätze für zeitgemäße Präsentationen von performativen und ereignisbezogenen Werken, die in der Regel durch Video- und Fotodokumentationen sowie schriftliche Überlieferungen und Rudimente erfahrbar gemacht werden. Die Erhaltung und somit Sichtbarmachung technologiebasierter Kunstformen ist abhängig von der Aktualität der ihnen zugrundeliegenden Bildträger und Dateiformate, die von der beschleunigten technischen Weiterentwicklung betroffen sind. Dabei wird das Anliegen verfolgt, die Authentizität des Kunstwerkes, das in verschiedenen Manifestationen bzw. Inszenierungen existieren kann, zu definieren und zu bewahren.
Die angekündigte Tagung wird Fallbeispiele vorstellen und daran anknüpfend über Begriffe wie Rekonstruktion, Reproduktion und Remake sowie die daran angelehnten Vorgehensweisen heutiger Ausstellungspraxis, insbesondere in den ephemeren Kunstsparten, diskutieren. Welche Wege beschreiten Museen und Ausstellungshäuser, um performative, klang- und bewegtbildbasierte Werke zu zeigen? Ist gegenwärtig die Zuordnung in Kategorien wie Original und Kopie obsolet geworden? Wie weit kann sich eine Interpretation an der Ausstellungsgeschichte eines Werkes orientieren und wo sind die Grenzen? Kann der performative oder auch konzeptuelle Charakter von Werken so ausgeprägt sein, dass Reinszenierungen abweichende und trotzdem authentische Lösungen darstellen?
Mehrere Forschungsprojekte widmeten sich zuletzt dem Spannungsfeld zwischen der Erhaltung von Medienkunst in der Tradition der Konservierungs- und Restaurierungswissenschaften und der Interpretationsspanne, die bei der Übertragung von Kunstwerken in neue Ausstellungskontexte entsteht. Das imai hat seit 2006 eine Reihe von Fallstudien über Medienkunstinstallationen mit dem Ziel durchgeführt, Strategien der Konservierung und anschließende Präsentationen zu entwickeln. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat Dr. Tiziana Caianiello in ihrem Forschungsprojekt Konkretionen des Flüchtigen. Zur Problematik der Erhaltung und Re-Inszenierung von Medienkunstinstallationen, von 2007 bis 2009 am imai angesiedelt, betrieben. Die Restauratorin Fenna Yola Tykwer hat 2011 am imai eine Fallstudie zur Rekonstruktion von Nan Hoovers Installation und Performance Light Composition: Documenta 8 (1987) erstellt, dessen Ergebnis in der Tagung vorgestellt wird.

Konzept/Organisation: Dr. Renate Buschmann und Darija Šimunović, M.A.

Termin: Donnerstag, 15. November 2012, 10:00 - 17:30 Uhr

Ort: imai – inter media art institute, c/o NRW-Forum, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf

Die Teilnahme ist kostenlos.

Um Anmeldung wird gebeten: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können



PROGRAMM

09.30  Akkreditierung
10.00  Begrüßung durch Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf
10.15  Begrüßung / Einführung durch Dr. Renate Buschmann, Direktorin des imai und
          Darija Šimunović, M.A., imai-Sammlung & Vertrieb

Moderation: Darija Šimunović, M.A.

10.45  Keynote: Zwischen variabler Stabilität und variabler Fragilität.
          Präsentation und Dokumentation von Medienkunst

          Prof. Dr. Claudia Giannetti, Leiterin des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst, Oldenburg
11.45  Light Composition: Documenta 8 von Nan Hoover – Eine aktuelle Bestandsaufnahme
          Fenna Yola Tykwer, Diplom-Konservatorin, -Restauratorin / Dr. Renate Buschmann, imai
12.30  Expanded Cinema. Überlegungen zur Wiederaufführung und Dokumentation
          Katrin Mundt, freie Kuratorin und Autorin
13.15  Mittagspause

Moderation: Dr. Renate Buschmann

14.15  Rolf Julius – Klanginstallationen als Aufführungskunst
          Maija Julius, M.A., Kunsthistorikerin und Nachlassverwalterin estate rolf julius
15.00  Machbarkeitsfantasien / für die Ewigkeit
          Prof. Ute Hörner, Künstlerin und Professorin für Medienkunst / Transmediale Räume
          an der Kunsthochschule für Medien Köln
15.45  Kaffeepause
16.00  Authentizität im Zeitalter der technischen Obsoleszenz
          Dr. Bernhard Serexhe, Hauptkurator und Kustos des Medienmuseums im ZKM Karlsruhe
16.45 – 17.30  Abschlussdiskussion

DOWNLOAD ABSTRACTS.pdf >>


Titelbild: Nan Hoover Light Composition: Documenta 8 (1987) | © Foto Elisabeth Jappe, 2012

gefördert durch: 

MFKJKS NRW      Landeshauptstadt Düsseldorf