Konkretionen des Flüchtigen
Zur Problematik der Erhaltung und Re-Inszenierung von
Medienkunstinstallationen
Die Stiftung imai - inter media art institute hat mit Unterstützung der
Gerda Henkel Stiftung das zweijährige Forschungsprojekt „Konkretionen des
Flüchtigen" initiiert. Ziel des
Vorhabens ist es, Richtlinien für die Erhaltung und Präsentation
unterschiedlicher Medienkunstinstallationen zu entwickeln. Als empirische
Grundlage für die Forschung dient eine Reihe von Case Studies, die am
imai - inter media art institute durchgeführt werden.
Aktuell: Vom 19. August bis 5. September 2010 wird die
restaurierte Installation Exchange
Fields (Case Study 3) im Rahmen der ISEA2010 RUHR im
Dortmunder U
ausgestellt.
Medienkunstinstallationen (d.h. raumbezogene Arbeiten, die
neue Medien einbeziehen) haben meistens kein dauerhaftes Erscheinungsbild: Sie
werden bei jeder neuen Präsentation an die jeweiligen Raumgegebenheiten
adaptiert und wirken also jedes Mal unterschiedlich. Wie ein Theaterstück bei
jeder Inszenierung neu interpretiert wird, so wird eine installative Arbeit bei
jeder Präsentation „re-inszeniert", d.h. „re-interpretiert".
Da medienkünstlerische Arbeiten zunehmend von Museen und
privaten Sammlern angekauft werden, ist das Thema der Erhaltung und
Präsentation von Medienkunstinstallationen besonders aktuell. Kunsthistoriker,
Kuratoren und Restauratoren sind mit der Frage konfrontiert, wie diese
Kunstwerke erhalten werden können bzw. was es überhaupt zu erhalten gilt. Denn
häufig gibt es keinen festgelegten oder rekonstruierbaren Originalzustand, an
dem man sich bei einer Re-Installation oder einer Restaurierung orientieren
kann, sondern nur verschiedene, mehr oder weniger gut dokumentierte Umsetzungen
(Konkretionen) derselben künstlerischen Idee.
Das Forschungsprojekt „Konkretionen des Flüchtigen" knüpft an
die Reihe von
Case Studies der Stiftung imai an, die sich der
Untersuchung, Restaurierung und Re-Installation von Medienkunstinstallationen
widmen. Die Fallstudien werden ausgewertet und aus den unterschiedlichen
Problemen, die diese praktischen Beispiele aufwerfen, werden methodologische
Schlussfolgerungen zur Erhaltung und Präsentation von Medienkunstinstallationen
gezogen. Mit der Entwicklung theoretischer Anhaltspunkte sollen die Aspekte
hervorgehoben werden, die bei Entscheidungen über die Erhaltung und
Präsentation von Medienkunstinstallationen besonders berücksichtigt werden
müssen.
Auf der DOCAM-Konferenz in Montreal (3.-5.3.2010) hat Dr. Tiziana Caianello erste Ergebnisse präsentiert.
Link zum DOCAM Videomitschnitt des Vortrages >>
Download Abstract.pdf >>