Erhaltungsmaßnahmen für Medienkunst
Obwohl Medienkunst eine vergleichbar junge
Kunstgattung ist, stellt ihre Erhaltung eine enorme Herausforderung
dar. Diese Kunstwerke basieren auf sensiblen Materialien und
Technologien, die einem raschen, ständigen Wandel unterworfen sind.
Ebenso schnell wie die Speichermedien obsolet werden, verlieren auch
die Abspiel- und Präsentationstechniken ihre Funktionalität. Unter
Berücksichtigung dieser spezifischen Besonderheit müssen Methoden und
Handlungspläne für eine langfristige Konservierung und eine
professionelle Restaurierung entwickelt werden.
Das imai verfügt über eine langjährige Qualifikation in der
Konservierung und Restaurierung von Videobändern und
Medienkunstinstallationen. Aufgrund seiner eigenen umfangreichen
Medienkunstsammlung steht das imai mit Fachleuten und internationalen
Institutionen dieser Domäne im wissenschaftlichen Austausch. Zur
Stiftungsgründung wurden bereits 1.300 audiovisuelle Werke vor dem
Verfall bewahrt und über den Online-Katalog öffentlich zugänglich
gemacht. Mit der Reihe der
Case Studies untersucht das imai in
Kooperation mit Kunsthistorikern, Restauratoren und Videotechnikern
exemplarische Vorgehensweisen zur effizienten Erhaltung von
Medienkunstinstallationen.
In seiner Funktion als Stiftung für Medienkunst gehört es zu den
Kernaufgaben des imai, nachhaltige Erhaltungsstrategien im Bereich der
neuen Medien zu entwerfen und dieses Spezialwissen mit
Beratungsangeboten, Workshops, Tagungen und Publikationen an Kuratoren,
Restauratoren, Künstler und Wissenschaftler zu vermitteln.
save the date
19.08.2010 – Eröffnung im
Dortmunder U – Neupräsentation der Video-Installation Exchange Fields
von Bill Seaman (Museum Ostwall, Dortmund), die unter der Leitung des
imai restauriert wurde. Forschungsprojekt >>
24.08.2010 – Konferenz „Still accessible? Rethinking the preservation of
media art“ – organisiert vom imai im Rahmen der ISEA2010 RUHR in
Dortmund.
15.12.2010 – nächster Workshop im imai: „Video sammeln, bewahren,
ausstellen“ – mit den Restauratorinnen Joanna Philipps, Guggenheim
Museum New York und Agathe Jarczyk, Atelier für Videokonservierung
Bern.
Abbildungen oben
Douglas Davis, Works (excerpted), 1970-1987
Videostills vor und nach der Restaurierung
© imai, Düsseldorf