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video art kitchen vol.3 : CROSS!FICTION
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Lei Cox: The Parallel, 1988, 2:16 min Ist es möglich, zur selben Zeit an mehr als einem Ort zu sein? Die Arbeit von Lei Cox thematisiert die Möglichkeit paralleler Universen: Wir sehen ihn selbst am Ufer eines Gewässers herumspazieren. Sein Spiegelbild im Wasser folgt ihm auf Schritt und Tritt. Nach einer Weile des Hin- und Herschlenderns büßt die Reflexion ihre Synchronität ein und beginnt ein gänzliches Eigenleben. Mit typisch surrealistischen Mitteln wird die kategorische Trennung von Bild / Spiegelbild und Original / Doppelgänger hier buchstäblich «auf den Kopf gestellt». |
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Alexander Hahn: Urban Memories, 1987, 5:19 min Ausgangspunkt dieser rauschhaften Reise in die Urban Memories bildet Jan Vermeers Ölgemälde Ansicht von Delft. Mit schwindelerregendem Tempo fährt der Betrachter wie im Zustand der Trunkenheit durch ein Labyrinth linear-perspektivischer Renaissancezeichnungen, vorbei an zerfallenen architektonischen Strukturen und farb- manipulierten Landschaften. Die Grenzen zwischen den Realitätsebenen der dargestellten raumzeitlichen Systeme lösen sich auf. Erzeugt wird ein Raum, der einzig den Gesetzmäßigkeiten der Illusion gehorcht. |
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Raskin (Rotraut Pape / Alexander Coerper): Rauchnächte, 1990, 10:27 min Nach altem Volksglauben sind die «Rauchnächte» zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar eine Zeit der Geisterbeschwörung und Ausräucherung. In der gleichnamigen Videoarbeit wird dieses Ritual ironisch aufgegriffen. Die in einer geheimnisvollen Raucherrunde vereinten 5 Charaktere treten nur auf den ersten Blick miteinander ins Gespräch. bei genauer Betrachtung spielen sie sich durch die Visionen heraufbeschwörenden Rauchschwaden teils wortlose, teils theatralische Gesten und melodramatische Satzfragmente zu. Noch bevor einer der Protagonisten auch nur einen klaren Gedanken zu artikulieren vermag, lösen sich die «Geister» dieser Nacht bereits in der Skurrilität und Ungewissheit der Szene auf. |
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Marty St. James / Anne Wilson: Hotel, 1989, 22:25 min Die ursprünglich für die gleichnamige Ausstellungsinstallation in der AIR Gallery in London konzipierte Arbeit Hotel von 1989 nimmt den Hotelbesuch zweier Reisender in Augenschein und skizziert deren Erfahrungen, Erinnerungen und Sehnsüchte. Von der Anreise über den Empfang in der Hotelrezeption bis zum Tanzsaal wird der Betrachter auf eine surreal anmutende Reise durch die einzelnen Stationen dieses kuriosen Ortes geführt. Er gelangt in eine Welt der endlos erklingenden Fahrstuhlmusik, der bis ins Absurde übersteigerten Sinneseindrücke und der ins Surreale abgleitenden Hotelstandards, in der ganz eigene Verhaltensregeln und Gewohnheiten herrschen.
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Ken Feingold: Un chien délicieux, 1991, 18:45 min Un chien délicieux spielt nicht nur durch die Titelverwand-schaft mit dem Filmklassiker Un chien andalou auf seine surrealistischen Bezüge an. Auch hier sind die Dinge nicht, was sie im Auge des Betrachters zunächst zu sein scheinen: Der Erzähler - ein Burmese im Norden Thailands - erinnert an seine Reise mit einer Gruppe französischer Anthropologen ins Paris des «Après Guerre». Er berichtet von der Begegnung mit André Breton und davon, wie er ihn für das Abschiedsessen zur Zubereitung eines Hundes überredet - «ein absolutes Tabu in der französischen Kultur!». Die Geschichte ist eine glaubhaft wie großartig erzählte Lüge. Mit ihr thematisiert Ken Feingold die - im Dokumentarfilm wie auch in der ethnografischen Filmpraxis angelegte - Problematik der Behauptung und vorgeblichen Beweisführung von Wahrheit.
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Silvia Kirchhof: Push, 1996, 4:51 min
In Push wird ein an der Decke kreisender Ventilator zur Projektionsfläche für die Wachträume eines Soldaten. Den Blick auf die meditativen Propeller-Umdrehungen über sich gerichtet, wird der Liegende von den Bildern seiner Vergangenheit und Gegenwart eingeholt. Darunter mischen sich historische Aufnahmen eines Atombombenabwurfs, seiner Opfer und der politischen Konsequenzen. Visuell spannt die Arbeit einen Bogen von Hiroshima und Tschernobyl bis hin zu den Atomversuchen am Mururoa-Atoll in den 1990er Jahren. Die apokalyptischen Visionen erschrecken und verstören. Sie lassen die Bilder beschuldigter Soldaten und der politisch Verantwortlichen auf die visuellen Eindrücke von unschuldigen Kindern und Verletzten prallen.
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