Sonderschau Art Cologne 2008
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Sonderschau Art Cologne 2008. Lost and Found

Ausstellung: 16. - 20. April 2008, täglich von 12 - 20 Uhr, Halle 5.2, Stand H 60
Vernissage: Di., 15. April 2008, 17 - 21 Uhr

Geborgene Schätze treffen auf zeitgenössische Videokunst

Zentraler Bestandteil der Sonderschau sind die 25 Jahre verschollenen und nun erstmals wieder zugänglichen Videokunstschätze der Künstler- und Multi-Media-Kooperative "Frigo" aus Lyon in Frankreich. Gezeigt werden Performancedokumentationen von Paul McCarthy, Hermann Nitsch und Dieter Appelt. Eine Auswahl zeitgenössischer Positionen ergänzt und kontrastiert die historischen Schätze.

„Frigo" wurde 1978 als alternativer Freiraum künstlerischer Auseinandersetzung und interdisziplinärer, wie internationaler Kooperationen von Künstlern ins Leben gerufen. In einer ehemaligen Käserei und dem dazugehörigen riesigen Kühlraum (franz. frigo) entstand ein einmaliges Kunstlabor. „Frigo" war mehr als nur ein Ort: vielmehr wuchs über viele Jahre ein unabhängiges künstlerisches Netzwerk, dessen Aktivitäten weit über die Grenzen Lyons hinaus ausstrahlten.

An den Artist-in-Residence-Programmen, den Veranstaltungen und Performances nahmen zahlreiche wichtige zeitgenössische Künstler teil, die im „Frigo" arbeiteten und ausstellten. Dazu zählen neben McCarthy, Nitsch und Appelt auch Régine Chopinot, Rotraut Pape, Fabrizio Plessi, Salomé & Castelli, Sarkis u.v.a.

Viele Performances wurden, für die damalige Zeit einmalig, explizit für diesen Ort und für die Videokamera aufgeführt und entsprechend dokumentiert. Das imai - inter media art institute hat eine erste Auswahl konserviert. Neben der provokanten Performance „King of France" von Paul McCarthy und der eigens für die Kamera inszenierten Performance „L´Homme en Blanc" von Dieter Appelt zeigt die Stiftung eine der raren Aufzeichnungen einer Aktion von Hermann Nitsch: die 1980 in Florenz aufgeführte „68. Aktion" des Orgien Mysterien Theaters.

Heute verfügt das Frigo-Archiv über mehr als 150 Stunden videokünstlerischer Werke: eigeneProduktionen, Arbeiten der „Artists in Residence", Konzerte, Performances und Tanz. Das bislang kaum erschlossene Archiv ist ein Spiegel der Entwicklung einer eigenen audiovisuellen Formensprache seit den 1970er Jahren.

Dass diese Formensprache sich einerseits stets weiterentwickelt, gleichzeitig aber auch Bezüge zu den historischen Videoarbeiten herstellt, veranschaulichen die ergänzend gezeigten zeitgenössischen Videoarbeiten von Iris Hoppe, Aki Nakazawa, Marcel Odenbach, Maria Vedder und Jan Verbeek.

Sie machen deutlich, dass das Medium Video als künstlerisches Ausdrucksmittel auch heute noch eine Vielfalt von Facetten hat. Vertreten sind bildreiche, fast filmische Erzählungen genauso wie nahezu dokumentarische Inszenierungen mit klarer Bildkomposition und poetischen Soundarrangements. Gemeinsam ist allen Werken, dass sie ihr Sujet aus dem Alltag herauslösen und verfremden. Dadurch wird die ästhetische Wirkung verstärkt und Wahrnehmungsgewohnheiten werden hinterfragt.

Kontrastiert werden die bewegten Bilder der ausgestellten Videoarbeiten durch die limitierte Videostill-Edition, die international renommierte Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit der Stiftung entworfen haben. Mit Motiven von Klaus vom Bruch, Jochen Gerz, Alexander Hahn, Doug Hall, Nan Hoover, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach, Bill Seaman, Woody Vasulka.  

Mit Arbeiten von:

Dieter Appelt, Iris Hoppe, Paul McCarthy, Aki Nakazawa, Hermann Nitsch, Marcel Odenbach, Maria Vedder, Jan Verbeek

Mit freundlicher Unterstützung von:

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